Wintergäste – Sybil Volks

WintergästeWintergäste by Sybil Volks
My rating: 3 of 5 stars

Link zum Buch: dtv-Verlag

Als ihre Schwiegertochter Inge Boysen für tot hält und deren Kinder und Kindeskinder benachrichtigt, machen sich alle auf den Weg.
Ein Sohn ist nicht erreichbar, während ein Enkel noch rechtzeitig erfahren konnte, dass die Großmutter sehr wohl quicklebendig ist.

Kurz vor dem Jahreswechsel versammelt sich die gesamte Familie auf der Nordseeinsel. Als sie sich wieder auf den Rückweg machen wollen, beginnt ein Schneesturm.
Haus Tide und seine Bewohner sind von der Außenwelt abgeschnitten. Drei Generationen unter einem Dach, aufeinander angewiesen in stürmischem Wetter, wenn sogar der Strom und die Telefone ausfallen – und die Gemüter beginnen zu kochen.

Alte Geschichten werden ausgegraben und auf den Tisch gelegt, die Emotionen sprengen jegliche gute Erziehung. Muss das Haus verkauft werden, wenn Inge stirbt? Was, wenn der älteste Sohn und Erbe stirbt? Oder wenn er vor seiner Mutter stirbt? Wer erbt dann?
Das und noch viel mehr Fragen tauchen auf, jeder der neun Bewohner hat seine eigenen Probleme mitgebracht mit auf die Insel gebracht. Probleme, die eigentlich nie so zu Sprache kommen sollten…

Alles in allem ein Familienroman. Und trotzdem ist es mir schwer gefallen, einen Tiefgang zu finden.
Es mag auch an der Personenanzahl liegen – Inge, 3 Kinder und 2 Ehepartner, 3 Enkelkinder.
Jeder hat Leichen im Keller und doch sprang der Funke nicht so toll über.

Es ist ein Buch mit dem man sehr gut ein verregnetes Wochenende überbrücken kann.

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Der November im Buchregal….

 

 

…geht zu Ende.

Ich habe einiges gelesen und gehört und natürlich auch den SUB aufgefüllt – was sonst.
Es waren tolle Bücher dabei, aber auch enttäuschendes. Es kann einem aber auch nicht jedes Buch gefallen. Das ist ganz normal.

Ich habe Bücher aus meiner Jugend wiedergelesen, aber auch Neuerscheinungen. Alles in allem war der Monat mit 7 Büchern und 2 Hörbüchern ganz ordentlich.

Die Verlagsvorschauen trudeln auch schon ein und ich denke, ich lasse mir noch etwas Zeit mit dem ordern von Rezensionsexemplaren.
Der Dezember soll mit Büchern gefüllt werden, die ich mag und jetzt gerne lesen möchte.

 

Literaturland Saar

Literaturland Saar“ ist eine Privatinitiative, die u.a. vom Saarländischen Rundfunk und dem Ministerium für Bildung und Kultur unterstützt wird.

Vielfältige Informationen rund um literarisch bedeutsame Orte, Autorinnen und Autoren direkt aus dem Saarland oder mit Saarlandbezug und Themen wie „Saarländische Mundart“ oder „Saarländische Krimis“ sind hier zu finden. Das Saarland ist ein bibliophiles Land. Der bekannteste Autor momentan dürfte Markus Heitz sein, der mit seinen Fantasystories Preise ohne Ende einheimst.
Aber auch Lokalkolorit ist in diversen Krimis und Stories verschiedener Autoren vertreten.

16 Verlage sind im Saarland beheimatet – klein und fein muss ich dazu sagen.

Im Servicebereich findet man Hinweise auf Museen, Wanderwege, Preise, Vereinigungen und Verlage etc.

Ich finde es wunderbar, was unser kleines Land so hervorbringt. Ein Grund mehr stolz auf „mein Saarland“ zu sein.

Als ich unsichtbar war – Martin Pistorius

Als ich unsichtbar warAls ich unsichtbar war by Martin Pistorius
My rating: 5 of 5 stars

 

 

Absolute 5 Sterne für dieses Buch!

Es ist sehr schwer sich vorstellen zu können, was in einem Wachkomapatienten vorgeht.
Martin Pistorius war gerade zwölf geworden, als eine rätselhafte Erkrankung ihn seines bisherigen Lebens beraubte. Er blieb 11 Jahre vollständig gelähmt, und seine Umwelt ging davon aus, dass er praktisch hirntot war. Er konnte sich in keiner Weise verständlich machen – und war doch innerlich hellwach.

Niemand merkte, dass sein Gehirn sich nach einigen Monaten wieder vollständig erholt hatte.

Was Martin in dieser Zeit in Heimen erlebte, welche grausamen Erfahrungen er machen musste und welch Glück ihm widerfahren ist, als man sich endlich klar wurde, dass in diesem leblosen Körper ein Mensch drinsteckt, der leben will – all das ist so wunderbar beschrieben ohne in Kitsch abzurutschen. Ein Mensch kehrt mit seinen Möglichkeiten in ein lebenswertes Leben zurück.

Eine unglaubliche Geschichte, berührend, bewegend und manchmal an der Grenze der Vorstellungskraft was ein Mensch alles erleiden muss und kann.

Ein ergreifendes Buch welches uns klar machen sollte, dass die Dinge nicht immer so sind, wie sie scheinen.

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„Ein Mensch brennt“ – Nicol Ljubic

Ein Mensch brennt: RomanEin Mensch brennt: Roman by Nicol Ljubic
My rating: 2 of 5 stars

KLAPPENTEXT:

Aufrüttelnd und provokant, zugleich warmherzig und witzig

Wenn es um Fußball geht, kann man dem zehnjährigen Hanno Kelsterberg nichts vormachen. In Sachen Protest allerdings auch nicht. Seit zwei Jahre zuvor der asketische Hartmut Gründler ins Souterrain der Familie zog und sich als unbeugsamer Politkämpfer entpuppte, steht Hannos einst heile Welt auf dem Kopf. Statt Fußball zu spielen, muss er nun mit zu Demos und verteilt Handzettel. Während der Vater den Mann im Keller zunächst belächelt, gerät die Mutter in den Bann des kompromisslosen Idealisten, die Ehe zerbricht. Ein provokanter und berührender Roman über eine Familie, die unversehens von der Zeitgeschichte gestreift wird.
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Als Kind der 70er wird man immer wieder mit Atomgegner, RAF (Hast Du das auch erlebt?) konfrontiert.
Ich bin ehrlich – mit hat als Kind weder die RAF noch die Atomgegner interessiert. Also dachte ich, ich lese einen Buch über Hartmut Gründler, den Atomgegner, der sich verbrannt hat und baue eine Verbindung zu meiner Vergangenheit auf. Auf politische Widerstände, auf Gewalttaten auf… tja…

Nur irgendwie habe ich bis jetzt immer noch keine Verbindung gefunden. Geschweige denn, fand ich den Roman interessant oder mich zu ihm geschichtlich hingezogen.

Von daher bitte ich die geneigte Leserschaft sich selbst ein Urteil zu bilden, im Netz nach Rezensionen zu suchen, die mehr den Sinn beschreiben. Das Buch war definitiv nichts für mich.

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„Wo ich herkomme, sind die Leute freundlich“ – William Saroyan

Wo ich herkomme, sind die Leute freundlich: StorysWo ich herkomme, sind die Leute freundlich: Storys by William Saroyan
My rating: 3 of 5 stars

William Saroyan wurde als Aram Saroyan als Kind armenischer Einwander in New York geboren. Seine Liebe galt von Kind an der Schreiberei. Er sammelte Geschichten, wie andere Edelsteine und schrieb sie nieder….
So weit, so gut. Die Wiederentdeckung dieser Geschichten ist mit Sicherheit für viele hochinteressant. Nicht vergessen darf man dabei, dass die Geschichten im Stil der 30er Jahre geschrieben sind, den Lebensstil beschreiben, die Armut, die Wetterei, die Möglichkeiten Geld zu machen.

Damit können wir uns heute überhaupt nicht mehr identifizieren. Wer sich für die Geschichte der 30er in den Zeiten der Massenarbeitslosigkeit und der Prohibition interessiert ist hier gut aufgehoben. Saroyan gibt Einblicke in das Leben der Einwanderer und armen Menschen, über Eigenheiten und Möglichkeiten.

Das Buch war ein netter Zeitvertreib, mehr aber auch nicht.

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Alias Grace – Verfilmung von Margaret Atwood

Alias GraceAlias Grace by Margaret Atwood
My rating: 5 of 5 stars

 

 

Es gibt viele gefährliche Dinge, die in einem Bett stattfinden können. Es ist der Ort, an dem wir geboren werden, es ist der Ort, an dem eine Frau niederkommt, und es ist der Ort, an dem der Akt zwischen Mann und Frau stattfindet. Manche nennen es Liebe, andere Verzweiflung oder auch nur eine Demütigung, die es zu erleiden gilt.

Margaret Atwood’s Bücher haben in sich. Der Feminismus, den sie an den Tag legt, ist seit Jahrzehnten wegweisend. Wobei ihre Protagonisten oft kaputt und zerstörerisch sind – zu sich selbst und auch zu anderen. Und das kann das lesen ihrer Bücher oft schwer machen.

Nach der erneuten Verfilmung von  „Report der Magd„,  ist netflix nun wieder tonangebend und hat „Alias Grace“ verfilmt.

KURZFASSUNG:

Das junge Dienstmädchen Grace wird  im Toronto von 1843 mit sechzehn Jahren des Doppelmordes an ihren Arbeitgebern schuldig gesprochen. In letzter Sekunde wandelt das Gericht ihr Todesurteil in eine lebenslange Gefängnisstrafe um. Ihr Mittäter wird gehängt.
Im Haushalt des Anstaltdirektors begegnet sie dem Nervenarzt Simon, der ihrer Geschichte auf den Grund gehen will: Ist Grace eine  Verbrecherin oder unschuldig?

Grace‘ liebste Freundin Mary stirbt nach einer verpfuschten Abtreibung. Das Laken, Unterwäsche durchtränkt von Blut, tiefrot, das Bett ein Schlachtfeld. Die so grausam verendete Mary spielt eine zentrale, wenn auch nie ganz geklärte Rolle in der Geschichte des Mordes. Damals glaubte man nämlich, dass die Seelen verstorbener durch ein offenes Fenster entweichen müssen.

Atwoods Roman erzählt die (wahre) Geschichte eines irisch-kanadischen Dienstmädchens, Grace Marks, die 1843 wegen Mordes an ihrem Dienstherrn und dessen Haushälterin zu lebenslanger Haft verurteilt, später aber begnadigt worden ist. Deren Spur verliert sich nach der Freilassung komplett.
Atwood adaptiert den Nervenarzt Jordan dazu, um die ganze Geschichte menschlicher zu machen.

Wer das Buch lesen möchte – es gibt momentan sehr schöne Neuauflagen der Bücher von Margaret Atwood aus dem PIPER VERLAG, die auch nach und nach bei mir einziehen werden.

Viel Spass beim ansehen und lesen.

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