Nachtwild – Gin Phillips

NachtwildNachtwild by Gin Phillips
My rating: 2 of 5 stars

Joan ist zusammen mit ihrem kleinen Sohn Lincoln im Zoo. Bis kurz vor Schließung nutzen sie den kleinen Spielplatz und wollen gerade gehen, als Schüsse fallen. Überall liegen Körper auf dem Boden. Joan ist ganz im Mutter-Modus, versucht ihren kleinen Sohn zu beschützen und versteckt sich mit ihm. Nur noch Lincolns Überleben ist wichtig, alles andere wird zur Nebensache…

Ich habe einen heissen Krimi erwartet, einen Thriller.
Ich bekam eine Mamigeschichte im Zoo. Eine Übermami, in der sich alles um ihr Kind dreht – und die dabei jeglichen gesunden Menschenverstand irgendwo in einer Schublade gelassen hat. Die ein Baby in einem Mülleimer einfach liegen lässt, obwohl die Killer es dort finden könnten.

Kurzum – Helikoptermami gerät in böses Unterfangen und versucht im Mamimodus zu retten, was zu retten ist.
Klar war die Atmosphäre spannungsgeladen – was bei solch einem Attentat ja auch normal ist. Aber der Rest….

Sorry, auch wenn der Roman wirklich gehypt wird – meins war es nicht.

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Warum rezensierst Du nicht mehr Bücher?

Es wird mir immer wieder die Frage gestellt warum ich, im Vergleich zu anderen Blogs, nicht mehr Rezis veröffentliche.
Es gibt Buchblogs, die werfen wohl 30 Rezis/Monat auf den „Markt“. Nun frage ich mich: Wann lesen oder hören die das? Lesen oder hören die das selbst oder „besorgen“ sie sich Rezis und schreiben sie um um damit den Flow in ihrem Blog zu beschleunigen?
Sorry, das schaff ich nicht! Denn…..:

Lesen oder Hörbuch hören sind Dinge, die mich entspannen.

Die HBs höre ich meist, wenn ich mit dem Hund spazieren gehe oder stricke. Die Bücher werden abends im Bett zur Entspannung gelesen.
Heißt im Klartext: Ich tue das, weil es mir Spaß macht und mich entspannt und nicht, weil ich es muss oder Akkordarbeit abliefern muss.
Hören und Lesen hat für mich etwas mit einer Art Genuss zu tun. Es ist wie ein guter Wein oder ein Essen, welches ich genieße. So kann es bei einem HB durchaus passieren, dass ich alles weglege und mich nur dem Vorleser in Gedanken hingebe.
Oder ein Buch fesselt mich so, daß ich versuche, es so schnell wie möglich zu lesen und dabei meinen Schlaf vergesse.
Da ich keinen Müll von mir geben will, der ohne Sinn  ist, oder etwas geklautes wiedergeben möchte, kann ich leider nur mit den Bücher und HBs als Rezis dienen, die ich selbst gehört oder gelesen habe.
Und das beschränkt sich nun einmal auf eine bestimmte Anzahl von Bücher und Hörbüchern/Monat.
Ich möchte „Qualität“ abliefern, meine eigene Meinung zu den gehörten und gelesenen Büchern kundtun und nicht nur um des Flows willen hier posten, was das Zeug hält.
Ich hoffe, ich konnte damit einige Unklarheiten beseitigen.

Die kleine Stimme – Joss Sheldon

Die kleine StimmeDie kleine Stimme by Joss Sheldon
My rating: 5 of 5 stars

„Die kleine Stimme“ ist ein Buch eines Außenseiterautor, der sehr viel persönliches in dieses kleine Story einfließen ließ.

„Die kleine Stimme“ – der Egot – wohnt wohl in jedem von uns in unseren Kindertagen. Er sorgt dafür. dass wir genau das Gegenteil von dem machen, was wir eigentlich sollen. Er lässt uns als Kind Dinge erleben, unsere Freiheit genießen , uns Verrücktheiten machen. Er sorgt dafür, dass unsere Kindheit mit Abenteuern bestückt ist, mit Irrsinn und Spass.

Alles Dinge, die für die Erwachsenen ein NoGo sind. Schließlich sind wir eine geordnete Gesellschaft und da funktionieren die Dinge halt anders. Also beginnen die Erwachsenen uns zu verbiegen, uns „zu formen“. In Hundehalterkreisen heißt ein solches Verhalten „operante Konditionierung“.

(Als operante Konditionierung wird ein Lernvorgang bezeichnet, bei dem ein bestimmtes (spontan gezeigtes) Verhalten von Mensch oder Tier durch ein nachfolgendes Ereignis verstärkt wird und in der Folge deshalb häufiger gezeigt wird. Man kann positiv oder negativ verstärken. Benimmt sich ein Hund gut, erhält er ein Leckerli – eine Belohnung. Tut er es nicht, bleibt das Leckerli aus.)

Dem Protagonisten Yew wird im Schulalter klargemacht, dass er nur dann Belohungen erhält, wenn er sich gut und gesellschaftskonform benimmt. Tut er es nicht, wird er bestraft.
Bsp. Sein Vater bezahlt ihm alle Ausgaben, wenn er es schafft auf eine Uni zu gehen. Tut er es nicht, fliegt er achtkantig raus und verliert sein zuhause

Seine Lehrer und seine Eltern tun alles, damit er sich in die Gesellschaft einfügt. Die inneren Kämpfe, die dabei ausgefochten werden, das sterben des Egots -der eigentlichen Persönlichkeit des Kindes – bleibt ihnen verborgen.

So wird aus dem freiheitsliebenden Kind nach vielen erfolglosen Berufsversuchen (Denn es kann ja nichts richtig. Wie auch. Es wurde ja immer ausgebremst beim Versuch, sich selbst zu finden.) ein Callcenteragent in einer Firma, die arme Omas um die wohlverdiente Rente bringt, in dem sie noch einen Euro mehr in einen Charityfond spenden.

Der Berufsweg von Yew ist unbefriedigend. Er ist immer auf der Suche. Bis ihm plötzlich durch die Schriften des Gelehrten Lao Tzu (Laotse) klar wird, wo die Reise hingehen soll.
Lao Tzu (Laotse) war ein Gelehrter im 6. Jahrhundert in China. Er war ein Vertreter der normativen individualistischen Theorie. Im Mittelpunkt dieser Theorie steht das Individuum mit seinen Belangen bzw. Interessen.

Yew wird bewusst, dass immer andere seinen Weg bestimmt haben. Von seinen Eltern und Lehrern angefangen bis zu seinen Chefs, die ihn durch den Besuch in einem Bordell (was der Protagonist verabscheut) zu einem aufrechten Mitarbeiter zu machen.

Yew wählt nun einen ganz anderen Weg für sich. Weitab von Gesellschaft und den Menschen die zu wissen glauben, was richtig und falsch ist.

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Ein großatiges, kleines Buch. Es ist ein Spiegel der heutigen Gesellschaft. Denn wir formen bis heute unsere Kinder nach unseren Vorstellungen, statt ihnen Raum zur selbständigen Entwicklung zu geben. Sie sollen „unsere“ Anwaltskanzlei übernehmen, obwohl sie lieber Forscher oder Fussballer werden würden.

Warum vertrauen wir unseren Kindern nicht mehr in ihrer Entscheidungsfindung? Auch wenn sie noch klein sind, so sind sie eigene Persönlichkeiten, die ein Recht darauf haben, dass sie ihren Weg finden können.

Wie viele gescheiterte Persönlichkeiten es aufgrund unserer Erziehungsformen gibt, mag man nur zu vermuten.

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I remember you – Geisterfjord – Yrsa Sigurðardóttir

GeisterfjordGeisterfjord by Yrsa Sigurðardóttir
My rating: 4 of 5 stars

Beim ansehen des Filmes „I remember you“ bei ama*zon sagte ich so zu mir: „Die Story kennst Du! Mit Sicherheit!“
Ich ging dann meinen Notizen über gelesene Bücher durch und kam auf das Buch „Geisterfjord“ von Yrsa Sigurðardóttir . Die Isländerin ist wohl die bekannteste Krimiautorin der nordischen Insel. Ihre Helden sind so kalt wie die Nächte in Reykjavik und so emotionslos wie die Steine am Eyjafjallajökull.

Island Krimis und Thriller unterscheiden sich durch eine beinahe fast emotionslose Art des Schreibens, die sich oft nur am Wesentlichen orientiert. Man muss den Schreibstil mögen. Allerdings habe ich neben Jack Ketchum wenige Autoren getroffen, die so detailverliebt schreiben wie die Isländer. Da wird sogar die Form des letzten Bluttropfens bis ins Detail erörtert.

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Mit „Geisterfjord“ hat sich die Autorin in die Thrillerregion begeben. Nicht weniger spannend, wenn doch auch verstörend.
Geisterfjord ist ein packender Thriller, in dem die Autorin mit etlichen glänzenden Cliffhangern zum Lesen animiert.

Katrin und Gardar sind hoch verschuldet und versuchen durch die Renovierung eines alten Hauses in Hesteyri einen Neuanfang. Die Freundin Lif unterstützt sie bei diesem Vorhaben.
Hesteyri ist eine kleine Ansiedlung in einem sehr abgelegenen Fjord, dessen letzte Einwohner bereits 1952 den einsamen Ort verließen.
Katrin findet in einer Senkgrube auf dem Grundstück zwei Friedhofskreuze, unter der morschen Terrasse finden sich überraschend Tierknochen und in der Wohnung entdecken sie plötzlich Muscheln, die zu dem Wort“Tschüss“ zusammengelegt wurden.

Doch auch auf dem Festland geht es alles andere als beschaulich zu, denn nach und nach findet Freyr heraus, was es mit den Geschehnissen Anfang der 1950er Jahre und dem Verschwinden seines Sohnes auf sich hat. Natürlich ist dies alles von vorne bis hinten konstruiert und am Ende wird auch nicht jede Spur sauber aufgelöst, dennoch ist »Geisterfjord« ein empfehlenswerter Roman.

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Den Trailer zum Film gib’s übrigens hier:

https://www.youtube.com/watch?v=ZtGLp…

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Beim Leben meiner Schwester – Jodi Picoult

Beim Leben meiner SchwesterBeim Leben meiner Schwester by Jodi Picoult
My rating: 4 of 5 stars

Klappentext:

Ohne ihre Schwester Anna kann Kate Fitzgerald nicht leben: Sie hat Leukämie. Doch eines Tages weigert sich die 13-jährige Anna, weiterhin Knochenmark für ihre todkranke Schwester zu spenden … Jodi Picoults so brisanter wie aufrüttelnder Roman über den Wert des Menschen wird niemanden kaltlassen.

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Was passiert, wenn das geliebte Kind Krebs hat?
Was passiert, wenn die grosse Schwester die passende DNA um das Kind zu heilen?
Was passiert, wenn die grosse Schwester sich einen Anwalt nimmt und die Behandlung verweigert?
Haben Eltern ein Recht auf den Körper ihrer Kinder?

Anna Fitzgerald ist ein 13jähriges Mädchen, dass die ganzen schweren Operationen, die zur Erhaltung des Lebens ihrer Schwester dienen, nicht über sich ergehen lassen will. Sie beauftragt daraufhin einen Anwalt, ihr zu helfen und aus der elterlichen Gewalt in medizinischen Fragen entlassen zu werden. Was dieser Wunsch und diese Klage anrichten zeigt Jodi Picoult absolut unprätentiös und mit Stil.
Es ist eine katastrophale Situation in der Familie und früh wird klar, dass es keine moralisch, ethisch und im juristischem Sinne „richtige“ Entscheidung geben kann.

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