Rezension Fabelheim 1.Band- Brandon Mull

FabelheimFabelheim by Brandon Mull

My rating: 5 of 5 stars

Furioser Auftakt einer Serie um das fantastische Fabelheim, einem von vielen geheimen Gebieten auf der Welt, in der sich magische Wesen aufhalten.

Diese werden von Menschen, die sich dem Schutz der Wesen verschrieben haben, gehütet wie ein Schatz.

Hexen, Gnome, Kobolde, Elfen… alles lebt dort, egal ob gut oder böse. Was passiert, wenn Unruhe in dieses Reich kommt, wenn die Grenzen verschwimmen?

Die Erfahrung müssen unfreiwillig zwei Kids – Kendra und Seth- machen, deren Großeltern Hüter eines dieser Reservate sind.

Mehr wird hier nicht verraten. Nur soviel – es ist eine grössere Serie die ich nun in den nächsten Tagen und Wochen verschlingen werde.

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Kurzrezension Der Marsianer – Andy Weir

Der Marsianer by Andy Weir

My rating: 5 of 5 stars Der Marsianer

„Apollo 13 trifft Cast Away“
Der Astronaut Mark Watney war auf dem besten Weg, eine lebende Legende zu werden, schließlich war er der erste Mensch in der Geschichte der Raumfahrt, der je den Mars betreten hat. Nun, sechs Tage später, ist Mark auf dem besten Weg, der erste Mensch zu werden, der auf dem Mars sterben wird: Bei einer Expedition auf dem Roten Planeten gerät er in einen Sandsturm, und als er aus seiner Bewusstlosigkeit erwacht, ist er allein. Auf dem Mars. Ohne Ausrüstung. Ohne Nahrung. Und ohne Crew, denn die ist bereits auf dem Weg zurück zur Erde. Es ist der Beginn eines spektakulären Überlebenskampfes. Defintiv 5 Sterne, obwohl ich noch nicht mal zur Hälfte durchbin.
Mehr Science als Fiction – aber absolut genial, spannend und verständlich! geschrieben.
Würde ich jederzeit nochmals lesen.

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DIE HUETTE/THE SHACK – William Paul Young

Die Hütte - Ein Wochenende mit GottDie Hütte – Ein Wochenende mit Gott by William Paul Young
My rating: 5 of 5 stars

 

 

Das letzte Buch in diesem Jahr. Und damit etwas ganz besonderes!

Mack ist von Zweifeln umgeben?
Warum lässt er zu, dass sein jüngstes Kind während eines Familienausfluges entführt und ermordent wird – während Mack seine beiden anderen Kinder vorm ertrinken rettet? Ihre Leiche wird nie gefunden.
Mack verfällt in Selbstzweifeln, seine Ehe besteht eigentlich nur noch auf dem Papier. Er und seine Frau sind bemüht, sie weiter zu führen.
Seine beiden anderen Kinder leben ihr eigenes Leben – Mack nimmt sie nur wahr, wenn sie bei ihm sind. Zu sehr ist er in seiner Trauer gefangen.
Beim Schnee räumen fällt ihm plötzlich ein Zettel in die Finger: Komm zur Hütte. Papa.

Papa ist der Name, mit dem seine Frau Gott anruft. Von Zweifeln geplagt bittet er seinen Nachbarn mit zur Hütte zu fahren. Um dann doch in Windeseile alleine aufzubrechen.

Was wird ihn in der Hütte erwarten? Ein blutverschmierter Boden… Erinnerungen… Tränen.
Als Mack aufbrechen will, läuft er in einen jungen Mann hinein, der sich als Jesus herausstellt.
Er folgt ihm und aus den schneebedeckten Hügeln werden grüne Hügel mit Blumen

Gott tritt dabei als heilige Dreifaltigkeit gleich in mehreren Rollen auf: Papa der eigentliche Gott (Ein Wandel zwischen Frau und Mann, denn Gott ist ein Mensch, der in der Gestalt erscheint, die der Hilfesuchende gerade benötigt!).
Jesus sein Sohn, sowie Sarayu, welche den heiligen Geist darstellt. Immer mehr wird Mack im Laufe der Gespräche bewusst, dass er sich von seinem durch die Gesellschaft und durch Institutionen aufgezwungenen Handeln befreien muss, um wahre Liebe zu seinen Mitmenschen und zu Gott aufnehmen zu können.

Da Mack so sehr in seiner Trauer gefangen ist, hat er auch gar keine Möglichkeit festzustellen, wie sehr seine Familie trauert – jeder auf seine Art und Weise mit mehr oder weniger Schuld.

Mack muss loslassen. Er muss lernen zu verzeihen und wieder zu leben. Er muss sich seinen Ängsten und seiner Vergangenheit stellen – und nach vorne blicken.

Das Buch ist ein MUSS für alle, die in einer verfahrenen Situation stecken, in Trauer, in einem Loch und glauben, dass es nicht weiter geht. Man muss definitiv nicht gläubig sein um es zu lesen. Man muss sich nur darauf einlassen wollen.

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Mr. Peardews Sammlung der verlorenen Dinge – Ruth Hogan

Mr. Peardews Sammlung der verlorenen DingeMr. Peardews Sammlung der verlorenen Dinge by Ruth Hogan
My rating: 3 of 5 stars

Klappentext:
Wir warten alle darauf, gefunden zu werden …

Auch Anthony Peardew, der auf seinen Streifzügen durch die Stadt Verlorenes aufsammelt. Jeden Gegenstand bewahrt er sorgfältig zu Hause auf. Er hofft, so ein vor langer Zeit gegebenes Versprechen einlösen zu können. Doch ihm läuft die Zeit davon. Laura übernimmt sein Erbe, ohne zu ahnen, auf welch große Aufgabe sie sich einlässt. Überrascht erkennt sie, welche Welt sich ihr in Anthonys Haus eröffnet.

Ein Roman über verlorene Dinge und zweite Chancen. Über einzelne Handschuhe, schönes Teegeschirr, begabte Nachbarinnen, unerwartete Freundschaften und zeitlose Liebe.

******************

Die Autorin spielt mit zwei verschiedenen Handlungssträngen. Im „Hier und Jetzt“ lernt man Laura kennen. Sie nimmt eine Stelle bei Anthony Peardews an, der schließlich stirbt und ihr in einem Abschiedsbrief seine Lebensaufgabe übergibt. Bei der Erfüllung derer ist sie zum Glück nicht alleine auf sich gestellt. Sie bekommt Hilfe durch ihre neue Freundin Sunshine, die in der Nachbarschaft wohnt und auch durch Freddy, den Gärtner.

Die verlorenen Gegenstände selbst werden auch in kleine Geschichten beschrieben und wie es zu ihrem Verlust kam.

Der zweite Erzähkstrang handelt von Eunice und beginnt 40 Jahre früher im Jahr 1974. Dies war das Jahr in dem sie ihre Stelle bei Verleger Bomber angenommen hat. Aber auch das Jahr in dem Anthony Peardew seine große Liebe Henriette und somit auch seinen Lebensmittelpunkt verloren hat. Man lernt Eunice, Bomber, seinen Hund und auch seine Familie kennen. Man kann sich über die schriftstellerischen Versuche seiner furchtbaren, arroganten und vom Leben verwöhnten Schwester amüsieren und muss aber auch miterleben, wie brutal Demenz sein kann.

Ansich ist der Gedanke hinter dieser Geschichte wunderbar. Verlorene Dinge, die irgendwann zu ihrem Besitzer zurückkehren sollen, die Menschen dahinter. Laura, die einen neuen Lebensweg und somit auch evtl. eine neue Liebe findet. Die nette, behinderte Sunshine, die einfach sagt, was sie denkt.
Bombers Schwester hätte man sich schenken können. Sie war einfach nur nervig.

Fazit: Meine Erwartung war eine andere, aber das macht normalerweise nichts, denn ich lasse mich gerne von einem Buch überraschen. Ruth Hogan hat in ihren Erstling einfach zu viel reingepackt. Aber die Umsetzung ist in meinen Augen nicht ganz gelungen. Manchmal ist weniger, aber dafür intensiver, einfach mehr.

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The New Dark – Dunkle Welt – Lorraine Thomson

The New Dark - Dunkle WeltThe New Dark – Dunkle Welt by Lorraine Thomson
My rating: 4 of 5 stars

Das Buch ist keine bahnbrechende Dystopie.
Aber eine nette Unterhaltung für kleines Geld (4,99€ als eBook).

 

**In einer dunklen Welt ist Liebe die einzige Rettung.**

Keine Schulen, keine Supermärkte, kein Internet – eine globale Katastrophe hat die Zivilisation vernichtet.

Klappentext:

Für die 16-jährige Sorrel gibt es nur ihre Familie, ihr Dorf und einige unglaubliche Geschichten aus der ‚Zeit Davor‘. Eines Tages greifen Mutanten das Dorf an und metzeln fast alle Bewohner nieder. Sorrels kleiner Bruder Eli und ihre große Liebe David werden verschleppt. Wild entschlossen, die beiden zu retten, macht Sorrel sich auf die Suche. Doch die einzige Möglichkeit, ihre Lieben zu retten, führt sie direkt in die Arme eines skrupellosen Rebellenanführers, der Sorrel für seine Zwecke instrumentalisieren will. Aber welcher Weg ist schon zu weit für die wahre Liebe?

(Quelle: Verlag)

Die Story ist sehr temporeich angelegt.
Kampf folgt auf Kampf, Überfall auf Überfall. Leider erfährt man wenig, über die Zeit davor. Es gibt immer wieder nur kleine Andeutungen, gerade was Gegenstände von damals betrifft. So ist z.B. ein Bügeleisen ein fremdes Haushaltsgerät für die Menschen. In dieser heutigen Welt leben die Leute wesentlich abgeschiedener und einfacher.

Die Geschichte wird aus der Sicht von Sorrel und David erzählt.
Zwei junge Menschen, die auf dem Weg sind sich gerade zu finden – als ein Überfall von Mutanten passiert.
Die Protagonisten werden getrennt, gehen jeder durch ihre persönliche Hölle. Eigentlich würden junge Menschen daran zerbrechen. Hier scheint es zum Alltag zu gehören.

Es gibt auch nervige Nebenspieler, wie Mara, die unbedingt mit David eine Beziehung eingehen will. Dessen Herz gehört aber per se Sorrel.

Man wird auch nie ganz klar, wie die Mutanten eigentlich aussehen. Dass es intelligente Wesen sind, wird nach und nach klar. Aber wer oder was sie zu diesem Leben verbannt hat, konnte nicht wirklich vermittelt werden.

Der zweite Teil erscheint im nächsten Jahr. Vielleicht bin ich dann ja schlauer.

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Wintergäste – Sybil Volks

WintergästeWintergäste by Sybil Volks
My rating: 3 of 5 stars

Link zum Buch: dtv-Verlag

Als ihre Schwiegertochter Inge Boysen für tot hält und deren Kinder und Kindeskinder benachrichtigt, machen sich alle auf den Weg.
Ein Sohn ist nicht erreichbar, während ein Enkel noch rechtzeitig erfahren konnte, dass die Großmutter sehr wohl quicklebendig ist.

Kurz vor dem Jahreswechsel versammelt sich die gesamte Familie auf der Nordseeinsel. Als sie sich wieder auf den Rückweg machen wollen, beginnt ein Schneesturm.
Haus Tide und seine Bewohner sind von der Außenwelt abgeschnitten. Drei Generationen unter einem Dach, aufeinander angewiesen in stürmischem Wetter, wenn sogar der Strom und die Telefone ausfallen – und die Gemüter beginnen zu kochen.

Alte Geschichten werden ausgegraben und auf den Tisch gelegt, die Emotionen sprengen jegliche gute Erziehung. Muss das Haus verkauft werden, wenn Inge stirbt? Was, wenn der älteste Sohn und Erbe stirbt? Oder wenn er vor seiner Mutter stirbt? Wer erbt dann?
Das und noch viel mehr Fragen tauchen auf, jeder der neun Bewohner hat seine eigenen Probleme mitgebracht mit auf die Insel gebracht. Probleme, die eigentlich nie so zu Sprache kommen sollten…

Alles in allem ein Familienroman. Und trotzdem ist es mir schwer gefallen, einen Tiefgang zu finden.
Es mag auch an der Personenanzahl liegen – Inge, 3 Kinder und 2 Ehepartner, 3 Enkelkinder.
Jeder hat Leichen im Keller und doch sprang der Funke nicht so toll über.

Es ist ein Buch mit dem man sehr gut ein verregnetes Wochenende überbrücken kann.

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Als ich unsichtbar war – Martin Pistorius

Als ich unsichtbar warAls ich unsichtbar war by Martin Pistorius
My rating: 5 of 5 stars

 

 

Absolute 5 Sterne für dieses Buch!

Es ist sehr schwer sich vorstellen zu können, was in einem Wachkomapatienten vorgeht.
Martin Pistorius war gerade zwölf geworden, als eine rätselhafte Erkrankung ihn seines bisherigen Lebens beraubte. Er blieb 11 Jahre vollständig gelähmt, und seine Umwelt ging davon aus, dass er praktisch hirntot war. Er konnte sich in keiner Weise verständlich machen – und war doch innerlich hellwach.

Niemand merkte, dass sein Gehirn sich nach einigen Monaten wieder vollständig erholt hatte.

Was Martin in dieser Zeit in Heimen erlebte, welche grausamen Erfahrungen er machen musste und welch Glück ihm widerfahren ist, als man sich endlich klar wurde, dass in diesem leblosen Körper ein Mensch drinsteckt, der leben will – all das ist so wunderbar beschrieben ohne in Kitsch abzurutschen. Ein Mensch kehrt mit seinen Möglichkeiten in ein lebenswertes Leben zurück.

Eine unglaubliche Geschichte, berührend, bewegend und manchmal an der Grenze der Vorstellungskraft was ein Mensch alles erleiden muss und kann.

Ein ergreifendes Buch welches uns klar machen sollte, dass die Dinge nicht immer so sind, wie sie scheinen.

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„Ein Mensch brennt“ – Nicol Ljubic

Ein Mensch brennt: RomanEin Mensch brennt: Roman by Nicol Ljubic
My rating: 2 of 5 stars

KLAPPENTEXT:

Aufrüttelnd und provokant, zugleich warmherzig und witzig

Wenn es um Fußball geht, kann man dem zehnjährigen Hanno Kelsterberg nichts vormachen. In Sachen Protest allerdings auch nicht. Seit zwei Jahre zuvor der asketische Hartmut Gründler ins Souterrain der Familie zog und sich als unbeugsamer Politkämpfer entpuppte, steht Hannos einst heile Welt auf dem Kopf. Statt Fußball zu spielen, muss er nun mit zu Demos und verteilt Handzettel. Während der Vater den Mann im Keller zunächst belächelt, gerät die Mutter in den Bann des kompromisslosen Idealisten, die Ehe zerbricht. Ein provokanter und berührender Roman über eine Familie, die unversehens von der Zeitgeschichte gestreift wird.
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Als Kind der 70er wird man immer wieder mit Atomgegner, RAF (Hast Du das auch erlebt?) konfrontiert.
Ich bin ehrlich – mit hat als Kind weder die RAF noch die Atomgegner interessiert. Also dachte ich, ich lese einen Buch über Hartmut Gründler, den Atomgegner, der sich verbrannt hat und baue eine Verbindung zu meiner Vergangenheit auf. Auf politische Widerstände, auf Gewalttaten auf… tja…

Nur irgendwie habe ich bis jetzt immer noch keine Verbindung gefunden. Geschweige denn, fand ich den Roman interessant oder mich zu ihm geschichtlich hingezogen.

Von daher bitte ich die geneigte Leserschaft sich selbst ein Urteil zu bilden, im Netz nach Rezensionen zu suchen, die mehr den Sinn beschreiben. Das Buch war definitiv nichts für mich.

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„Wo ich herkomme, sind die Leute freundlich“ – William Saroyan

Wo ich herkomme, sind die Leute freundlich: StorysWo ich herkomme, sind die Leute freundlich: Storys by William Saroyan
My rating: 3 of 5 stars

William Saroyan wurde als Aram Saroyan als Kind armenischer Einwander in New York geboren. Seine Liebe galt von Kind an der Schreiberei. Er sammelte Geschichten, wie andere Edelsteine und schrieb sie nieder….
So weit, so gut. Die Wiederentdeckung dieser Geschichten ist mit Sicherheit für viele hochinteressant. Nicht vergessen darf man dabei, dass die Geschichten im Stil der 30er Jahre geschrieben sind, den Lebensstil beschreiben, die Armut, die Wetterei, die Möglichkeiten Geld zu machen.

Damit können wir uns heute überhaupt nicht mehr identifizieren. Wer sich für die Geschichte der 30er in den Zeiten der Massenarbeitslosigkeit und der Prohibition interessiert ist hier gut aufgehoben. Saroyan gibt Einblicke in das Leben der Einwanderer und armen Menschen, über Eigenheiten und Möglichkeiten.

Das Buch war ein netter Zeitvertreib, mehr aber auch nicht.

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Perlentaucher am Freitag: Alles, was wir geben mussten – Kazuro Ishiguro

Gabriela vom Buchperlenblog hat die wunderbare Aktion PERLENTAUCHER ins Leben gerufen.
Hier werden besondere Bücher vorgestellt. Bücher, die sich einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben.

Alles, was wir geben musstenAlles, was wir geben mussten by Kazuo Ishiguro
My rating: 5 of 5 stars

KLAPPENTEXT

Ein großer Sportplatz, freundliche Klassenzimmer und getrennte Schlafsäle für Jungen und Mädchen – auf den ersten Blick scheint Hailsham ein ganz gewöhnliches englisches Internat zu sein. Aber die Lehrer, so engagiert und freundlich sie auch sind, heißen hier Aufseher, und sie lassen die Kinder früh spüren, dass sie für eine besondere Zukunft ausersehen sind. Dieses Gefühl hält Kathy, Ruth und Tommy durch alle Stürme der Pubertät und Verwirrungen der Liebe zusammen – bis es an der Zeit ist, ihrer wahren Bestimmung zu folgen…


Ishiguro hat nicht umsonst dieses Jahr den Nobelpreis für Literatur erhalten. Seine Protagonisten sind meist Menschen, die ein besonderes Schicksal tragen.

Das ist es auch, was dieses dystophische Buch (und den daraus entstandenen Film – hier der Link zum Trailer) ausmacht. Eine heile Welt mit Kinder, die im Grünen aufwachsen, die in einem Internat leben. Die Lehrer, hier Aufseher genannt, bringen ihnen alles für das Leben da draussen bei.

Nur, was ist das Leben da draussen? Keiner kennt es. Und keiner kam je zurück, um davon zu erzählen.

Die Kinder sind Organspender. Das Internat ist eine Farce und irgendwann wissen alle, welches Schicksal sie erwartet. Es entstehen wundervolle Freundschaften und sogar die Verliebtheit kommt nicht zu kurz. Nur hat diese aufgrund des geplanten Lebensweg keine Aussicht auf ein glückliches Ende.

Schon nach wenigen Seiten wird einem klar: Es geht hier nicht mit rechten Dingen zu.
Obwohl man die Einzelheiten, der Umgang miteinander, die Andeutungen Kathys und die Unterhaltungen zwischen den Kollegiaten, ohne den Blick über das große Ganze nicht versteht, spürt man deutlich, dass hier mehr dahinter steckt.
Jeder weiss, was passiert und jeder arrangiert sich damit – irgendwann.

Und das ist es, was ich an diesem Buch so erschreckend finde. Die Protagonisten kapitulieren irgendwann, geben sich dem Schicksal hin. Sollten wir wirklich irgendwann soweit kommen, und uns solcher „Dinge“ bedienen müssen? Ich hoffe wirklich nicht. Dennoch ist Ishiguros Roman sehr zeitgemäß, denn er legt die Handlung in den 70er Jahren an und wer diese Zeit erlebt hat, kann sich sehr gut gedanklich in das Buch hineinversetzen.

Dieses Buch ist für mich eine absolute Perle und eine Leseempfehlung, die ich so gerne weiter geben, auch wenn es für viele vielleicht „schwere“ Literatur aufgrund des Themas ist.

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