Alias Grace – Verfilmung von Margaret Atwood

Alias GraceAlias Grace by Margaret Atwood
My rating: 5 of 5 stars

 

 

Es gibt viele gefährliche Dinge, die in einem Bett stattfinden können. Es ist der Ort, an dem wir geboren werden, es ist der Ort, an dem eine Frau niederkommt, und es ist der Ort, an dem der Akt zwischen Mann und Frau stattfindet. Manche nennen es Liebe, andere Verzweiflung oder auch nur eine Demütigung, die es zu erleiden gilt.

Margaret Atwood’s Bücher haben in sich. Der Feminismus, den sie an den Tag legt, ist seit Jahrzehnten wegweisend. Wobei ihre Protagonisten oft kaputt und zerstörerisch sind – zu sich selbst und auch zu anderen. Und das kann das lesen ihrer Bücher oft schwer machen.

Nach der erneuten Verfilmung von  „Report der Magd„,  ist netflix nun wieder tonangebend und hat „Alias Grace“ verfilmt.

KURZFASSUNG:

Das junge Dienstmädchen Grace wird  im Toronto von 1843 mit sechzehn Jahren des Doppelmordes an ihren Arbeitgebern schuldig gesprochen. In letzter Sekunde wandelt das Gericht ihr Todesurteil in eine lebenslange Gefängnisstrafe um. Ihr Mittäter wird gehängt.
Im Haushalt des Anstaltdirektors begegnet sie dem Nervenarzt Simon, der ihrer Geschichte auf den Grund gehen will: Ist Grace eine  Verbrecherin oder unschuldig?

Grace‘ liebste Freundin Mary stirbt nach einer verpfuschten Abtreibung. Das Laken, Unterwäsche durchtränkt von Blut, tiefrot, das Bett ein Schlachtfeld. Die so grausam verendete Mary spielt eine zentrale, wenn auch nie ganz geklärte Rolle in der Geschichte des Mordes. Damals glaubte man nämlich, dass die Seelen verstorbener durch ein offenes Fenster entweichen müssen.

Atwoods Roman erzählt die (wahre) Geschichte eines irisch-kanadischen Dienstmädchens, Grace Marks, die 1843 wegen Mordes an ihrem Dienstherrn und dessen Haushälterin zu lebenslanger Haft verurteilt, später aber begnadigt worden ist. Deren Spur verliert sich nach der Freilassung komplett.
Atwood adaptiert den Nervenarzt Jordan dazu, um die ganze Geschichte menschlicher zu machen.

Wer das Buch lesen möchte – es gibt momentan sehr schöne Neuauflagen der Bücher von Margaret Atwood aus dem PIPER VERLAG, die auch nach und nach bei mir einziehen werden.

Viel Spass beim ansehen und lesen.

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Perlentaucher am Freitag – Der Report der Magd von Margaret Atwood

Gabriela vom Buchperlenblog hat die wunderbare Aktion PERLENTAUCHER ins Leben gerufen.
Hier werden besondere Bücher vorgestellt. Bücher, die sich einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben. Ich starte heute mit einem Klassiker aus den 80ern.

 

Der Report der Magd

Der Report der Magd by Margaret Atwood
My rating: 5 of 5 stars

417 Seiten
Link zum Verlag: Piper Taschenbuch

 

Der Report der Magd wurde 1985 von der Autorin Margaret Atwood veröffentlicht.
Schon damals war ich versessen danach, das Buch zu lesen und musste mir wirklich die englische Originalversion bestellen. Eine deutsche Übersetzung kam nämlich erst später heraus.

Atwood zählt zu den besten Scifi Autoren des 20ten Jahrhunderts. Ihre dystopischen Welten sind unbeschreiblich düster und lassen doch Platz für ihre Protagonisten.

Im Jahr 1989 hat Volker von Schlöndorff das Buch unter dem Titel: „Die Geschichte einer Dienerin“
mit Natascha Richardson, Faye Dunaway und Robert Duvall verfilmt. Ein düsteres Szenario, welches für einigen Gesprächsstoff sorgte.

Ist eine Welt wie Gilead überhaupt vorstellbar?
Dazu muss man wissen, dass sich hinter Gilead die ehemaligen USA verbergen. Nukleare Katastrophen haben bei vielen Menschen zu einer Sterilität geführt. Bei einem Staatsstreich durch die Söhne Jakobs, eine christlich-fundamentalistische Gruppierung, werden der Präsident und alle Mitglieder des Kongresses ermordet und die Verfassung außer Kraft gesetzt. Die Armee erklärt den Notstand, Zeitungen werden zensiert und Straßensperren eingerichtet. Die Republik Gilead wird gegründet. Dabei wird insbesondere die Stellung der Frau neu definiert: Frauen dürfen kein Eigentum besitzen und haben sich dem Mann vollständig unterzuordnen. Ihr Eigentum fällt an den nächsten männlichen Verwandten. Die einzige Aufgabe und Pflicht der Frau ist das Gebären von Kindern.

Viele Frauen können aber keine Kinder gebären. So kommen die Mägde ins Spiel. Fruchbare Junge Frauen, deren eigenes Leben nicht mehr existiert. Deren einzige Aufgabe ist, den hohen Offizieren und deren Frauen ein Kind zu gebären. Der Zeugungsakt ist religiös angehaucht, wie alles in dieser Zeit.

Es gibt Mägde, die einen Ausbruch wagen – ob vor der Geburt des Kindes oder danach. Sie werden erhängt – vor den Augen der anderen. Das soll als abschreckendes Beispiel dienen.

Ich höre nun auf zu spoilern, denn – lest das Buch. Wenn ihr das nicht tun wollt, schaut den Film.
Oder seht die neu produzierte Serie, die gerade auf diversen Portalen läuft.

Margaret Atwood ist und bleibt für mich eine der besten Schriftstellerinnen des 20 Jahrhunderts. Ihre Romanvisionen setze ich mit denen von Jules Verne gleich, wenn sie auch nur düstere Dystophien verfasste. Aber es lohnt sich wirklich, diese Bücher zu lesen und zu verinnerlichen.

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