Montagsfrage – Bücher aus der Bibliothek

Antonia fragt heute: 
Leihst du Bücher aus Bibliotheken aus? Wenn ja: warum, wenn nein: warum nicht?

Nein, leider nicht mehr. 
Als Kind lebte ich 20m von der Jugendbücherei der Stadtbibliothek entfernt bei meiner Oma. Ich durfte mit 5 schon in die Bücherei, da meine Oma, die Bibliothekarin kannte. Und ich konnte mit 5 schon lesen. Bilderbücher fand ich doof. Kleine Geschichten mit Tieren dagegen toll.

Als meine Oma verstarb zog ich komplett zu meiner Mutter, was mich aber nicht daran hinderte, die Bibliothek wöchentlich aufzusuchen. Es war teilweise so schlimm, dass meine Mutter um 18 Uhr vor der Stadtbücherei stand und die Bibliothekarin rief: „Frau Weinmann, Susi sitzt in Raum 3, vor Regal 7 auf dem Boden.“
Dass meine Mutter fast einen ganzen Stadtteil überquerte um mich abzuholen, hatte ich regelrecht verdrängt.
Ich war regelrecht süchtig nach Büchern.

Times change – Zeiten ändern sich. Ich las eine ganze Weile gar nicht mehr. Es kamen Lehre und Arbeit dazu, meine  Hochzeit, der Umzug und plötzlich war die Bücherei unendlich weit weg. Klar las ich zwischendurch mal ein Buch. Aber der Kontakt zu den Bibliothekaren, den Büchern, dem wundervollen Geruch verschwand.

In Zeiten von eBookreadern und diverser Kaufmöglichkeiten online habe ich leider keinerlei Bezug mehr zur Stadtbücherei. Sie befindet sich mitten in der Stadt und ich bin ehrlich – ich mag keine Menschenmassen und meide die Stadt, wo es geht. Von daher hat die Bibliothek keinen Stellenwert mehr in meinem Leben. 
Aber sie hat mich zum lesen gebracht. Und das werde ich nicht vergessen.

Über den Flyer der Stadtbibliothek Saarbrücken könnt Ihr übrigens die Geschichte der Stadtbücherei von Anfang an verfolgen.

3 Gedanken zu „Montagsfrage – Bücher aus der Bibliothek

  1. Sandra sagt:

    Oh, ich habe mich da grad wieder entdeckt. Ich habe so viele Stunden in der Bibliothek verbracht und so viele „Bücherscheine“ in meiner Kindheit durch gearbeitet. Wie sagte meine Vater immer: Das Kind liest so viel, da kann man ja nicht gegen an Kaufen.“ Musste er ja zum Glück auch nicht, ich habe viele geliehene Bücher geliehen. Natürlich bekam ich auch Bücher geschenkt, aber das verdankte ich hautpsächlich meiner Mutter und meinen Tanten. Die haben das Lesen bei mir immer gefördert.
    Ich war auch schon ewig nicht mehr in unserer Bücherei. Habe es mir aber noch fest vorgenommen. Zumindest gucken wie sie sich in der all der Zeit verändert hat. Ein Herbst-Projekt für mich 🙂
    liebe Grüße die ebenso bücherliebende Sandra

  2. Jay von "Bücher wie Sterne" sagt:

    Huhu Susanne,

    als Kind war ich auch öfter in den Büchereien am Ort. wenn man nicht viel Geld hat, dann ist das die beste Möglichkeit seine Leselust zu befriedigen. Inzwischen kaufe ich mir relativ viele Bücher selbst, unterstütze dadurch Autoren und Verlage und erfreue mich an meinem gut gefüllten Bücherregal.
    Meinen Kommentar zur Monatsfrage findest Du in meinem Blog. Freue mich sehr über Besuche. 🙂

    Liebe Grüße
    Jay von Bücher wie Sterne

  3. Underground Monster sagt:

    Es ist schön zu lesen, wie eine Bibliothek das Leben prägen kann! Als Kind war ich kaum in der Bibliothek und das obwohl meine Mutter eine starke Leserin ist ^^ Ich glaube, es hängt davon, dass sie immer die Bücher lieber kauft, anstatt die Möglichkeit zu betrachten, sie auszuleihen. Ich spüre nicht diesen Drang und leihe mir gerne Bücher aus. Momentan bin ich einer Bibliothek-Pause, da ich mit der Rückgabefrist nicht klar kam XD und viele gebrauchten Bücher für meinen Geburtstag bekommen habe =)

    Hier meine Antwort auf die Montagsfrage

    Schöne Lesegrüße,
    Lumina

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