DAS LEUCHTEN DER ERINNERUNG – Michael Zadoorian



My rating: 5 of 5 stars


„The Leisure Seeker“, so der Originaltitel, war 2009 der zweite Roman Zadoorians.
Ich habe dieses Buch letztes Jahr zufällig gekauft, als ich von der Verfilmung mit Helen Mirren und Donald Sutherland hörte und war wirklich gespannt. Wenn sich zwei so gute Schauspieler in einem Film treffen, muss das Buch herausragend sein.

„Leisure Seeker“ ist die Marke ihres Oldtimer-Wohnmobils, mit dem sich die Eheleute Ella und John Robina auf ihre letzte Reise machen. Entlang der verfallenen Route 66 von Chicago nach Santa Monica – zusammen, gespickt mit Erinnerungen und Tabletten.
Denn Ella ist unheilbar krank, Ehemann John leidet an Demenz. Gegen den Willen der Ärzte und ihrer zwei Kinder gehen beide auf eine letzte Reise. Das wird aber erst im Laufe des Buches klar. Am Anfang wundert man sich noch über die Pillchen, die Ella schluckt und schiebt ihre Perücke auf ihre Eitelkeit.

Auf den Campingplätzen verschafft ihnen der mitgebrachte Dia-Projektor in der Nacht das „Leuchten der Erinnerung“, wenn die beiden Alten sich ihre „Greatest Hits der Robinas“ aus längst vergangener Zeit anschauen – einer Zeit, in der sie als junge Eltern mit kleinen Kindern noch gemeinsam unterwegs waren. Sie startet in die Reise „mit mehr Gesundheitsproblemen als ein Dritte-Welt-Land“. Doch gerade deshalb wagt die Todgeweihte trotzig diese Fahrt im vertrauten Wohnmobil: „Wir haben nichts zu verlieren.“ Ärzte retten gern Menschen, sagt sie sich, „aber wenn es um jemanden geht, der 80 Jahre alt ist, was gibt es da noch zu retten?“

Die Einmischung ihrer Kinder, die sie regelrecht entmündigen wollen, ihnen ihren Verstand ob ihrer Krankheit absprechen wollen, hat mich am meisten erregt. Ein kranker Mensch verliert doch nicht den Verstand, nur weil er alt und krank ist. Sie hetzen sogar die Bundespolizei auf sie.

Ella und John haben die Reise ihres Lebens, auch wenn es die letzte ist. Und sie beiben mündige Menschen – bis zum Schlussstrich den Ella zieht, als es keine weitere Möglichkeit mehr gibt.

„Das Leuchten der Erinnerung“ ist keiner der netten Romane über lebensfrohe Senioren mit Hinweis auf ein selbstbestimmtes Leben alter Menschen.

Es ist eine Abfolge von unbequemen Wahrheiten und Unbequemlichkeiten.
Dennoch meistern Ella und John ihre letzten Tage mit Bravour und Lebensfreude. Und vor allen Dingen selbstbestimmt.

Michael Zadoorians Buch ist ein wunderbares Beispiel dafür, dass man sich keinesfalls in sein Schicksal ergeben muss – egal, wie schlimm die Aussichten in der Zukunft sind.




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ZERBRECHLICH – Jodi Picoult

Zerbrechlich

Zerbrechlich by Jodi Picoult

My rating: 5 of 5 stars


Erzählt wird die Geschichte der kleinen Willow, die an der Glasknochenkrankheit handelt. Die Eltern, Charlotte und Sean sowie ihre Schwester Amelia kümmern sich von Anfang an wunderbar um Willow. Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen passiert es, das sich Willow einfach so einen oder zwei Knochen bricht. Als die Familie einen Vergnügungspark besucht und sich Willow durch einen unglücklichen Umstand wieder Knochen bricht, und man mitbekommt, welche Schikanen (Jugendamt, Polizei, unwissende Ärzte) die Familie mitmachen muss, ist man mitten im Geschehen und bangt mit, ob alles gut wird.

Um die teure Versorgung für Willow auch in späteren Jahren zu sichern, verklagt Charlotte ihre Freundin Piper, die sie als Frauenärztin während ihrer Schwangerschaft betreut hat. Welchen emotionalen „Rattenschwanz“ das nach sich zieht, kann man nur erahnen.

Wird Charlotte zu ihrem Ziel kommen? Und wenn ja um welchen Preis.

Mich hat das Buch sehr fasziniert. Denn es zeigt einem sehr gefühlvoll, welche Steine manche Menschen aus dem Weg räumen müssen, wenn jemand krank ist, was es für die Familie bedeutet. Und das man sich nicht selbst und die eigenen Bedürfnisse dabei aus den Augen verlieren darf. Dabei wirkt die Geschichte keinesfalls kitschig.



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MÉTO – DAS HAUS – Yves Grevet

MÉTO. Das Haus (Méto, #1)MÉTO. Das Haus by Yves Grevet
My rating: 5 of 5 stars

Manchmal fallen einem beim surfen die tollsten Bücher über die Füße. So ging es mir bei der Méto-Trilogie. Noch nie hatte ich etwas von Yves Grevet gelesen. Trotzdem habe ich mir direkt die 3 Bücher bestellt.

64 Jungen haben keine richtigen Erinnerungen an ihre Vergangenheit.
Mit ca. 9 Jahren kommen sie in das Haus, haben keinerlei Kontakte zur Außenwelt und sind strengen Regeln unterworfen. Sie sind in farbige Gruppen je nach Alter unterteilt.
Kontrolliert werden sie von den Cesaren. Sie bestimmen den Tagesablauf, legen fest, wieviele Bissen die Jungen beim Essen zu sich nehmen dürfen, welche Strafe ihnen zusteht. Alle Jungen tragen römische Namen. Ich hoffe im Laufe der Geschichte dahinter zu kommen, warum das so ist. Man spielt Spiele, teilweise brutal. Und wer nicht funktioniert, verschwindet im Kühlraum – unter Umständen für Tage.

Natürlich bleiben Regeln und auch das verschwinden mancher Jungs nicht ohne Widerstand der Jünglinge. Es gibt einen Aufstand, in dessen Verlauf die Cesaren gefangen genommen werden. Die Jungs fliehen in die Außenwelt – ohne die Jüngeren mitzunehmen. So ist die Möglichkeit grösser, nicht gefasst zu werden und hinter das Geheimnis des Hauses und der Umgebung zu kommen.

Ich mag auch gar nicht zu viel spoilern. Die Geschichte ist komplex und flott zu lesen und macht Spass auf den nächsten Teil.

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Kleine Feuer überall – Celest Ng

Kleine Feuer überallKleine Feuer überall by Celeste Ng
My rating: 4 of 5 stars

Was ein herrliches Vorstadtidyll. Nette Menschen, gute Kleidung, akkurate Frisuren.

Shaker Heights beinhaltet alles, was man sich als amerikanische Familie wünscht. Tolle Häuser, nette Nachbarn, Kindergärten und Vorschulen, Colleges und eine Uni.
Es gibt Einkaufsmöglichkeiten und Kirchen, Frauenverbände und Sportangebote. Eigentlich müsste man im siebten Himmel dort leben. Tut man auch – zumindest nach außen.

Beim Lesen des Buches wird klar, dass die meisten der Familien zumindest eine Leiche im Keller haben. Jede hat ihre Ungereimtheiten und zum Teil bitterböse Geheimnisse. Bei manchen bröckelt die Fassade, bei anderen nicht.
Nichts ist so, wie es scheint. Und dieser Schein ist etwas, worauf die Protagonisten sehr viel Wert legen.

Der Amerikaner himself findet solche gesicherten Vorstadtidyllen und Wohnbezirke für „Eliten“ und Besserverdiener toll. Für uns Deutsche ist das wohl eher eine seltsame Vorstellung. Und doch gibt es auch bei uns in jeder Familie Geheimnisse, von denen die Nachbarn nichts wissen dürfen und die wir gut verstecken 😜

Alles in allem war es ein sehr kurzweiliges Buch.

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Das Versprechen – David Baldacci

Das VersprechenDas Versprechen by David Baldacci
My rating: 4 of 5 stars

Das im Jahr 2004 erschienene Buch ist mir auf einem Flohmarkt in die Hände gefallen. Baldacci ist immer gut zu lesen.
Das Buch hier ist aber komplett anders, als der gewöhnliche Baldacci.

Beschrieben wird die Geschichte von der kleinen Lou und ihrem Bruder Oz, die in den 40er Jahren des letzten Jahrhunderts durch einen Autounfall ihren Vater verlieren. Ihre Mutter liegt nach dem Unfall in einer Art Koma. Einzig ihre Großmutter Louisa Mae, eine sehr robuste und bodenständige Frau, ist in der Lage, sich um die Kinder zu kümmern.

Für die Kinder ist es eine Art Kulturschock, denn sie sind nur das Stadtleben gewohnt. Auf dem Land muss man anpacken, wenn man etwas essen will. Dazu kommen neue Freunde, dramatische Unglücksfälle und gierige Nachbarn und Spekulanten.

Alles in allem ist das Buch ein Spiegel des damaligen Zeit, mit einem sehr guten Kontext.

Bei ama*zon gibt es momentan auch die Verfilmung zu sehen, die mit der großartigen Ellen Burstyn, die als resolute Lousisa Mae sich nicht das Butter vom Brot nehmen lässt und wie eine Mauer vor ihren Enkelkindern steht.

Hier der Link zum Trailer: https://www.moviepilot.de/movies/davi…

Buch und Film kann ich guten Gewissens empfehlen!

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Nachtwild – Gin Phillips

NachtwildNachtwild by Gin Phillips
My rating: 2 of 5 stars

Joan ist zusammen mit ihrem kleinen Sohn Lincoln im Zoo. Bis kurz vor Schließung nutzen sie den kleinen Spielplatz und wollen gerade gehen, als Schüsse fallen. Überall liegen Körper auf dem Boden. Joan ist ganz im Mutter-Modus, versucht ihren kleinen Sohn zu beschützen und versteckt sich mit ihm. Nur noch Lincolns Überleben ist wichtig, alles andere wird zur Nebensache…

Ich habe einen heissen Krimi erwartet, einen Thriller.
Ich bekam eine Mamigeschichte im Zoo. Eine Übermami, in der sich alles um ihr Kind dreht – und die dabei jeglichen gesunden Menschenverstand irgendwo in einer Schublade gelassen hat. Die ein Baby in einem Mülleimer einfach liegen lässt, obwohl die Killer es dort finden könnten.

Kurzum – Helikoptermami gerät in böses Unterfangen und versucht im Mamimodus zu retten, was zu retten ist.
Klar war die Atmosphäre spannungsgeladen – was bei solch einem Attentat ja auch normal ist. Aber der Rest….

Sorry, auch wenn der Roman wirklich gehypt wird – meins war es nicht.

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Beim Leben meiner Schwester – Jodi Picoult

Beim Leben meiner SchwesterBeim Leben meiner Schwester by Jodi Picoult
My rating: 4 of 5 stars

Klappentext:

Ohne ihre Schwester Anna kann Kate Fitzgerald nicht leben: Sie hat Leukämie. Doch eines Tages weigert sich die 13-jährige Anna, weiterhin Knochenmark für ihre todkranke Schwester zu spenden … Jodi Picoults so brisanter wie aufrüttelnder Roman über den Wert des Menschen wird niemanden kaltlassen.

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Was passiert, wenn das geliebte Kind Krebs hat?
Was passiert, wenn die grosse Schwester die passende DNA um das Kind zu heilen?
Was passiert, wenn die grosse Schwester sich einen Anwalt nimmt und die Behandlung verweigert?
Haben Eltern ein Recht auf den Körper ihrer Kinder?

Anna Fitzgerald ist ein 13jähriges Mädchen, dass die ganzen schweren Operationen, die zur Erhaltung des Lebens ihrer Schwester dienen, nicht über sich ergehen lassen will. Sie beauftragt daraufhin einen Anwalt, ihr zu helfen und aus der elterlichen Gewalt in medizinischen Fragen entlassen zu werden. Was dieser Wunsch und diese Klage anrichten zeigt Jodi Picoult absolut unprätentiös und mit Stil.
Es ist eine katastrophale Situation in der Familie und früh wird klar, dass es keine moralisch, ethisch und im juristischem Sinne „richtige“ Entscheidung geben kann.

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Rezension: Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry

Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold FryDie unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry by Rachel Joyce

My rating: 4 of 5 stars

Neben Hape Kerkeling und Stephan Albus wird Harold Fry einer meiner Lieblingspilger bleiben.

Sein Grund zu pilgern ist ehrenhaft. Er muss allerdings das wie zwischenzeitlich revidieren. Denn nur, wer sich auf die ¨Reise¨ einlässt, wird auch diese zu Ende führen. Der Weg ist das Ziel, wie es so lapidar heisst. Und darauf muss Harold voll vertrauen.

Harolds Erkenntnisse sind nicht nur tiefschürfend, sondern oft genug einfach nur menschlich. Liebe, Verlust und Tod liegen haarscharf nebeneinander. Diese Erkenntnis bringt die Pilgerreise fast zum scheitern – und Harold fast zum verzweifeln. Er wird sich seiner tiefgreifenden Fehler bewusst, die sein Leben genau in die Richtung getrieben haben, in die jetzt läuft.

Aber ist nicht genau das Sinn einer Reise? Aus Fehlern zu lernen, die Seele zu säubern und neu durchzustarten?
Jeder sollte solch eine Reise in seinem Leben tun – egal, wann sie beginnt und wie lange sie dauert.

Da das Buch einige Längen hat, vergebe ich nur vier Sterne. Trotzdem ist das Buch eine klare Leseempfehlung.

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DIE HUETTE/THE SHACK – William Paul Young

Die Hütte - Ein Wochenende mit GottDie Hütte – Ein Wochenende mit Gott by William Paul Young
My rating: 5 of 5 stars

 

 

Das letzte Buch in diesem Jahr. Und damit etwas ganz besonderes!

Mack ist von Zweifeln umgeben?
Warum lässt er zu, dass sein jüngstes Kind während eines Familienausfluges entführt und ermordent wird – während Mack seine beiden anderen Kinder vorm ertrinken rettet? Ihre Leiche wird nie gefunden.
Mack verfällt in Selbstzweifeln, seine Ehe besteht eigentlich nur noch auf dem Papier. Er und seine Frau sind bemüht, sie weiter zu führen.
Seine beiden anderen Kinder leben ihr eigenes Leben – Mack nimmt sie nur wahr, wenn sie bei ihm sind. Zu sehr ist er in seiner Trauer gefangen.
Beim Schnee räumen fällt ihm plötzlich ein Zettel in die Finger: Komm zur Hütte. Papa.

Papa ist der Name, mit dem seine Frau Gott anruft. Von Zweifeln geplagt bittet er seinen Nachbarn mit zur Hütte zu fahren. Um dann doch in Windeseile alleine aufzubrechen.

Was wird ihn in der Hütte erwarten? Ein blutverschmierter Boden… Erinnerungen… Tränen.
Als Mack aufbrechen will, läuft er in einen jungen Mann hinein, der sich als Jesus herausstellt.
Er folgt ihm und aus den schneebedeckten Hügeln werden grüne Hügel mit Blumen

Gott tritt dabei als heilige Dreifaltigkeit gleich in mehreren Rollen auf: Papa der eigentliche Gott (Ein Wandel zwischen Frau und Mann, denn Gott ist ein Mensch, der in der Gestalt erscheint, die der Hilfesuchende gerade benötigt!).
Jesus sein Sohn, sowie Sarayu, welche den heiligen Geist darstellt. Immer mehr wird Mack im Laufe der Gespräche bewusst, dass er sich von seinem durch die Gesellschaft und durch Institutionen aufgezwungenen Handeln befreien muss, um wahre Liebe zu seinen Mitmenschen und zu Gott aufnehmen zu können.

Da Mack so sehr in seiner Trauer gefangen ist, hat er auch gar keine Möglichkeit festzustellen, wie sehr seine Familie trauert – jeder auf seine Art und Weise mit mehr oder weniger Schuld.

Mack muss loslassen. Er muss lernen zu verzeihen und wieder zu leben. Er muss sich seinen Ängsten und seiner Vergangenheit stellen – und nach vorne blicken.

Das Buch ist ein MUSS für alle, die in einer verfahrenen Situation stecken, in Trauer, in einem Loch und glauben, dass es nicht weiter geht. Man muss definitiv nicht gläubig sein um es zu lesen. Man muss sich nur darauf einlassen wollen.

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Mr. Peardews Sammlung der verlorenen Dinge – Ruth Hogan

Mr. Peardews Sammlung der verlorenen DingeMr. Peardews Sammlung der verlorenen Dinge by Ruth Hogan
My rating: 3 of 5 stars

Klappentext:
Wir warten alle darauf, gefunden zu werden …

Auch Anthony Peardew, der auf seinen Streifzügen durch die Stadt Verlorenes aufsammelt. Jeden Gegenstand bewahrt er sorgfältig zu Hause auf. Er hofft, so ein vor langer Zeit gegebenes Versprechen einlösen zu können. Doch ihm läuft die Zeit davon. Laura übernimmt sein Erbe, ohne zu ahnen, auf welch große Aufgabe sie sich einlässt. Überrascht erkennt sie, welche Welt sich ihr in Anthonys Haus eröffnet.

Ein Roman über verlorene Dinge und zweite Chancen. Über einzelne Handschuhe, schönes Teegeschirr, begabte Nachbarinnen, unerwartete Freundschaften und zeitlose Liebe.

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Die Autorin spielt mit zwei verschiedenen Handlungssträngen. Im „Hier und Jetzt“ lernt man Laura kennen. Sie nimmt eine Stelle bei Anthony Peardews an, der schließlich stirbt und ihr in einem Abschiedsbrief seine Lebensaufgabe übergibt. Bei der Erfüllung derer ist sie zum Glück nicht alleine auf sich gestellt. Sie bekommt Hilfe durch ihre neue Freundin Sunshine, die in der Nachbarschaft wohnt und auch durch Freddy, den Gärtner.

Die verlorenen Gegenstände selbst werden auch in kleine Geschichten beschrieben und wie es zu ihrem Verlust kam.

Der zweite Erzähkstrang handelt von Eunice und beginnt 40 Jahre früher im Jahr 1974. Dies war das Jahr in dem sie ihre Stelle bei Verleger Bomber angenommen hat. Aber auch das Jahr in dem Anthony Peardew seine große Liebe Henriette und somit auch seinen Lebensmittelpunkt verloren hat. Man lernt Eunice, Bomber, seinen Hund und auch seine Familie kennen. Man kann sich über die schriftstellerischen Versuche seiner furchtbaren, arroganten und vom Leben verwöhnten Schwester amüsieren und muss aber auch miterleben, wie brutal Demenz sein kann.

Ansich ist der Gedanke hinter dieser Geschichte wunderbar. Verlorene Dinge, die irgendwann zu ihrem Besitzer zurückkehren sollen, die Menschen dahinter. Laura, die einen neuen Lebensweg und somit auch evtl. eine neue Liebe findet. Die nette, behinderte Sunshine, die einfach sagt, was sie denkt.
Bombers Schwester hätte man sich schenken können. Sie war einfach nur nervig.

Fazit: Meine Erwartung war eine andere, aber das macht normalerweise nichts, denn ich lasse mich gerne von einem Buch überraschen. Ruth Hogan hat in ihren Erstling einfach zu viel reingepackt. Aber die Umsetzung ist in meinen Augen nicht ganz gelungen. Manchmal ist weniger, aber dafür intensiver, einfach mehr.

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