MÉTO – DIE Welt by Yves Grevet

MÉTO. Die Welt (Méto, #3)MÉTO. Die Welt by Yves Grevet
My rating: 5 of 5 stars

Méto ist wieder zurück im Haus. Die Cäsaren ihn in die Gruppe E.
Diese Gruppe wurde gegründet um Expeditionen und Aufträge auf dem Festland auszuführen.
Da die Menschen sich dort anders benehmen, wie im Haus oder auf der Insel, muss Méto alles über das Leben dort lernen. Wie kleidet man sich, was ißt man, wie verhält man sich? Gibt es Tabus und Dinge, die man nicht tun sollte? Wo lauern Gefahren?

Er beugt sich den Cäsaren und plant weiter, die Kinder aus dem Haus zu befreien.
Unterdrückung und Gewalt, Folter und Strafen soll es in Zukunft nicht mehr auf der Insel geben.

——-
Die Geschichte um Méto hat nun ihr Ende erreicht. Der zweite Teil war etwas wischiwaschi. Das macht der dritte Teil aber wieder richtig wett. Man erfährt, warum die Welt so ist, wie sie ist. Wo die Ursachen liegen, warum die Kinder in den Häusern leben und zu welchem Zweck si dorthin kamen.
Méto erfährt die erschreckende Wahrheit, die ihn fast zerbrechen lässt – und macht doch weiter. Für sich, für das Haus, die Insel, die Kinder. Nichts ist so, wie es scheint und doch gibt es Hoffnung!

View all my reviews

MÉTO – DIE INSEL by Yves Grevet

MÉTO. Die Insel (Méto, #2)MÉTO. Die Insel by Yves Grevet
My rating: 4 of 5 stars

Im zweiten Band der Méto Reihe sind die Jungs aus dem Haus der Cesaren ausgebrochen, und wurden von den „abgeschnittenen Ohren“ gefangen genommen.
Ihre Erlebnisse entwickeln sich anders als geplant. Hatten sie sich doch Freiheit erhofft. Statt dessen werden sie bewacht, dürfen nur unter Aufsicht und nur an bestimmten Tagen und nach Absprache duschen, werden rund um die Uhr beobachtet.

Sie lernen das Leben in den Höhlen kennen, sie decken Geheimnisse auf (warum reagieren die Soldaten so, wie sie reagieren), lernen Rituale kennen und den geheimnisvollen Schamanen, der Krankheiten heilt.
Welches Geheimnis sich dahinter verbirgt, will ich nicht beschreiben.

Fakt ist, dass der zweite Teil wie eine Art Flickstück daher kommt. Das ist nichts schlimmes. Doch hätte ich mir etwas mehr Substanz gewünscht. Daher gibt es auch nur vier Sterne.

View all my reviews

MÉTO – DAS HAUS – Yves Grevet

MÉTO. Das Haus (Méto, #1)MÉTO. Das Haus by Yves Grevet
My rating: 5 of 5 stars

Manchmal fallen einem beim surfen die tollsten Bücher über die Füße. So ging es mir bei der Méto-Trilogie. Noch nie hatte ich etwas von Yves Grevet gelesen. Trotzdem habe ich mir direkt die 3 Bücher bestellt.

64 Jungen haben keine richtigen Erinnerungen an ihre Vergangenheit.
Mit ca. 9 Jahren kommen sie in das Haus, haben keinerlei Kontakte zur Außenwelt und sind strengen Regeln unterworfen. Sie sind in farbige Gruppen je nach Alter unterteilt.
Kontrolliert werden sie von den Cesaren. Sie bestimmen den Tagesablauf, legen fest, wieviele Bissen die Jungen beim Essen zu sich nehmen dürfen, welche Strafe ihnen zusteht. Alle Jungen tragen römische Namen. Ich hoffe im Laufe der Geschichte dahinter zu kommen, warum das so ist. Man spielt Spiele, teilweise brutal. Und wer nicht funktioniert, verschwindet im Kühlraum – unter Umständen für Tage.

Natürlich bleiben Regeln und auch das verschwinden mancher Jungs nicht ohne Widerstand der Jünglinge. Es gibt einen Aufstand, in dessen Verlauf die Cesaren gefangen genommen werden. Die Jungs fliehen in die Außenwelt – ohne die Jüngeren mitzunehmen. So ist die Möglichkeit grösser, nicht gefasst zu werden und hinter das Geheimnis des Hauses und der Umgebung zu kommen.

Ich mag auch gar nicht zu viel spoilern. Die Geschichte ist komplex und flott zu lesen und macht Spass auf den nächsten Teil.

View all my reviews

VOX von Christina Dalcher

Die Sommerpause ist vorbei. Ich hab einiges gelesen und mich erholt. Und ich starte frisch in den September mit VOX.

VoxVox by Christina Dalcher
My rating: 4 of 5 stars

Zitat Klappentext:
In einer Welt, in der Frauen nur hundert Wörter am Tag sprechen dürfen, bricht eine das Gesetz. Das provozierende Überraschungsdebüt aus den USA, über das niemand schweigen wird!

Als die neue Regierung anordnet, dass Frauen ab sofort nicht mehr als hundert Wörter am Tag sprechen dürfen, will Jean McClellan diese wahnwitzige Nachricht nicht wahrhaben.


Harter Tobak!

Im 21ten Jahrhundert werden Frauen per Regierung gezwungen ein Armband zu tragen, das ihren Wortschaftz auf 100 Wörte/Tag einschränkt. Sind es mehr, erfolgt ein Stromschlag, der immer strärker wird und zum Tode führt.
Sie sind Heimchen am Herd, dürfen keine Berufe ausführen. Ihre Männer regeln die Post, das Haushaltsgeld, den Kauf von Kleidung und persönlichen Dingen. Die Gesellschaft in Amerika wird von einem bigotten Präsidenten und dessen Handlanger, einem Prediger, zurück in die Steinzeit geschickt, während in Europa alles wie immer läuft.
Selbst den weiblichen Säuglingen legt man Armbänder an. Man erzieht die Kinder zu „Gutmenschen“, zur bedingungslosen Akzeptanz dessen, was von „Oben“ geregelt wird.

Ich musste teilweise oft schlucken, da ich ein sehr freiheitsliebender Mensch bin und mich ungern einschränken lasse. Gerade was Kommunikation – egal ob verbal oder schriftlich betrifft – bin ich fast emanzenhaft und lasse mir ungern „den Mund“ und damit meine eigene Meinung verbieten.

Vielleicht hätte die Protagonisten irgendwann kapituliert – wenn da nicht die vier Kinder wären, die Regierung, die sie plötzlich für ein riskantes Vorhaben haben möchte. Und der verschollene Geliebte, der plötzlich auftaucht. Denn irgendwo ist immer Hoffnung.

Eine Fiktion der anderen Art. Teilweise erschreckend und mahnend.
Kurzweilige Unterhaltung für ein oder zwei Couchnachmittage und durchaus empfehlenswert.

View all my reviews

The New Dark – Dunkle Welt – Lorraine Thomson

The New Dark - Dunkle WeltThe New Dark – Dunkle Welt by Lorraine Thomson
My rating: 4 of 5 stars

Das Buch ist keine bahnbrechende Dystopie.
Aber eine nette Unterhaltung für kleines Geld (4,99€ als eBook).

 

**In einer dunklen Welt ist Liebe die einzige Rettung.**

Keine Schulen, keine Supermärkte, kein Internet – eine globale Katastrophe hat die Zivilisation vernichtet.

Klappentext:

Für die 16-jährige Sorrel gibt es nur ihre Familie, ihr Dorf und einige unglaubliche Geschichten aus der ‚Zeit Davor‘. Eines Tages greifen Mutanten das Dorf an und metzeln fast alle Bewohner nieder. Sorrels kleiner Bruder Eli und ihre große Liebe David werden verschleppt. Wild entschlossen, die beiden zu retten, macht Sorrel sich auf die Suche. Doch die einzige Möglichkeit, ihre Lieben zu retten, führt sie direkt in die Arme eines skrupellosen Rebellenanführers, der Sorrel für seine Zwecke instrumentalisieren will. Aber welcher Weg ist schon zu weit für die wahre Liebe?

(Quelle: Verlag)

Die Story ist sehr temporeich angelegt.
Kampf folgt auf Kampf, Überfall auf Überfall. Leider erfährt man wenig, über die Zeit davor. Es gibt immer wieder nur kleine Andeutungen, gerade was Gegenstände von damals betrifft. So ist z.B. ein Bügeleisen ein fremdes Haushaltsgerät für die Menschen. In dieser heutigen Welt leben die Leute wesentlich abgeschiedener und einfacher.

Die Geschichte wird aus der Sicht von Sorrel und David erzählt.
Zwei junge Menschen, die auf dem Weg sind sich gerade zu finden – als ein Überfall von Mutanten passiert.
Die Protagonisten werden getrennt, gehen jeder durch ihre persönliche Hölle. Eigentlich würden junge Menschen daran zerbrechen. Hier scheint es zum Alltag zu gehören.

Es gibt auch nervige Nebenspieler, wie Mara, die unbedingt mit David eine Beziehung eingehen will. Dessen Herz gehört aber per se Sorrel.

Man wird auch nie ganz klar, wie die Mutanten eigentlich aussehen. Dass es intelligente Wesen sind, wird nach und nach klar. Aber wer oder was sie zu diesem Leben verbannt hat, konnte nicht wirklich vermittelt werden.

Der zweite Teil erscheint im nächsten Jahr. Vielleicht bin ich dann ja schlauer.

View all my reviews

Perlentaucher am Freitag: Alles, was wir geben mussten – Kazuro Ishiguro

Gabriela vom Buchperlenblog hat die wunderbare Aktion PERLENTAUCHER ins Leben gerufen.
Hier werden besondere Bücher vorgestellt. Bücher, die sich einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben.

Alles, was wir geben musstenAlles, was wir geben mussten by Kazuo Ishiguro
My rating: 5 of 5 stars

KLAPPENTEXT

Ein großer Sportplatz, freundliche Klassenzimmer und getrennte Schlafsäle für Jungen und Mädchen – auf den ersten Blick scheint Hailsham ein ganz gewöhnliches englisches Internat zu sein. Aber die Lehrer, so engagiert und freundlich sie auch sind, heißen hier Aufseher, und sie lassen die Kinder früh spüren, dass sie für eine besondere Zukunft ausersehen sind. Dieses Gefühl hält Kathy, Ruth und Tommy durch alle Stürme der Pubertät und Verwirrungen der Liebe zusammen – bis es an der Zeit ist, ihrer wahren Bestimmung zu folgen…


Ishiguro hat nicht umsonst dieses Jahr den Nobelpreis für Literatur erhalten. Seine Protagonisten sind meist Menschen, die ein besonderes Schicksal tragen.

Das ist es auch, was dieses dystophische Buch (und den daraus entstandenen Film – hier der Link zum Trailer) ausmacht. Eine heile Welt mit Kinder, die im Grünen aufwachsen, die in einem Internat leben. Die Lehrer, hier Aufseher genannt, bringen ihnen alles für das Leben da draussen bei.

Nur, was ist das Leben da draussen? Keiner kennt es. Und keiner kam je zurück, um davon zu erzählen.

Die Kinder sind Organspender. Das Internat ist eine Farce und irgendwann wissen alle, welches Schicksal sie erwartet. Es entstehen wundervolle Freundschaften und sogar die Verliebtheit kommt nicht zu kurz. Nur hat diese aufgrund des geplanten Lebensweg keine Aussicht auf ein glückliches Ende.

Schon nach wenigen Seiten wird einem klar: Es geht hier nicht mit rechten Dingen zu.
Obwohl man die Einzelheiten, der Umgang miteinander, die Andeutungen Kathys und die Unterhaltungen zwischen den Kollegiaten, ohne den Blick über das große Ganze nicht versteht, spürt man deutlich, dass hier mehr dahinter steckt.
Jeder weiss, was passiert und jeder arrangiert sich damit – irgendwann.

Und das ist es, was ich an diesem Buch so erschreckend finde. Die Protagonisten kapitulieren irgendwann, geben sich dem Schicksal hin. Sollten wir wirklich irgendwann soweit kommen, und uns solcher „Dinge“ bedienen müssen? Ich hoffe wirklich nicht. Dennoch ist Ishiguros Roman sehr zeitgemäß, denn er legt die Handlung in den 70er Jahren an und wer diese Zeit erlebt hat, kann sich sehr gut gedanklich in das Buch hineinversetzen.

Dieses Buch ist für mich eine absolute Perle und eine Leseempfehlung, die ich so gerne weiter geben, auch wenn es für viele vielleicht „schwere“ Literatur aufgrund des Themas ist.

View all my reviews

Perlentaucher am Freitag – Der Report der Magd von Margaret Atwood

Gabriela vom Buchperlenblog hat die wunderbare Aktion PERLENTAUCHER ins Leben gerufen.
Hier werden besondere Bücher vorgestellt. Bücher, die sich einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben. Ich starte heute mit einem Klassiker aus den 80ern.

 

Der Report der Magd

Der Report der Magd by Margaret Atwood
My rating: 5 of 5 stars

417 Seiten
Link zum Verlag: Piper Taschenbuch

 

Der Report der Magd wurde 1985 von der Autorin Margaret Atwood veröffentlicht.
Schon damals war ich versessen danach, das Buch zu lesen und musste mir wirklich die englische Originalversion bestellen. Eine deutsche Übersetzung kam nämlich erst später heraus.

Atwood zählt zu den besten Scifi Autoren des 20ten Jahrhunderts. Ihre dystopischen Welten sind unbeschreiblich düster und lassen doch Platz für ihre Protagonisten.

Im Jahr 1989 hat Volker von Schlöndorff das Buch unter dem Titel: „Die Geschichte einer Dienerin“
mit Natascha Richardson, Faye Dunaway und Robert Duvall verfilmt. Ein düsteres Szenario, welches für einigen Gesprächsstoff sorgte.

Ist eine Welt wie Gilead überhaupt vorstellbar?
Dazu muss man wissen, dass sich hinter Gilead die ehemaligen USA verbergen. Nukleare Katastrophen haben bei vielen Menschen zu einer Sterilität geführt. Bei einem Staatsstreich durch die Söhne Jakobs, eine christlich-fundamentalistische Gruppierung, werden der Präsident und alle Mitglieder des Kongresses ermordet und die Verfassung außer Kraft gesetzt. Die Armee erklärt den Notstand, Zeitungen werden zensiert und Straßensperren eingerichtet. Die Republik Gilead wird gegründet. Dabei wird insbesondere die Stellung der Frau neu definiert: Frauen dürfen kein Eigentum besitzen und haben sich dem Mann vollständig unterzuordnen. Ihr Eigentum fällt an den nächsten männlichen Verwandten. Die einzige Aufgabe und Pflicht der Frau ist das Gebären von Kindern.

Viele Frauen können aber keine Kinder gebären. So kommen die Mägde ins Spiel. Fruchbare Junge Frauen, deren eigenes Leben nicht mehr existiert. Deren einzige Aufgabe ist, den hohen Offizieren und deren Frauen ein Kind zu gebären. Der Zeugungsakt ist religiös angehaucht, wie alles in dieser Zeit.

Es gibt Mägde, die einen Ausbruch wagen – ob vor der Geburt des Kindes oder danach. Sie werden erhängt – vor den Augen der anderen. Das soll als abschreckendes Beispiel dienen.

Ich höre nun auf zu spoilern, denn – lest das Buch. Wenn ihr das nicht tun wollt, schaut den Film.
Oder seht die neu produzierte Serie, die gerade auf diversen Portalen läuft.

Margaret Atwood ist und bleibt für mich eine der besten Schriftstellerinnen des 20 Jahrhunderts. Ihre Romanvisionen setze ich mit denen von Jules Verne gleich, wenn sie auch nur düstere Dystophien verfasste. Aber es lohnt sich wirklich, diese Bücher zu lesen und zu verinnerlichen.

View all my reviews